Selbstverteidigung beginnt vor dem Angriff

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Selbstverteidigung beginnt vor dem Angriff

Selbstverteidigung beginnt vor dem Angriff

Die meisten wollen sofort wissen: “Was mache ich gegen Angriff X?” Falscher Einstieg. Die bessere Frage lautet: “Wie verhindere ich, dass der Angriff entsteht?” Selbstverteidigung ist kein Sammeln von Techniken. Selbstverteidigung ist ein System aus Wahrnehmung, Entscheidungen und einfachen trainierten Reaktionen.

Ich zeige dir zuerst die Grundlogik. Dann bekommst du Beispiele: allgemein, für Männer, Frauen unterwegs, Jugendliche, Kinder. Danach Tipps für Eltern. Am Ende dein nächster Schritt.

Die sechs Fakten über Täter

Selbstverteidigung - 6 Fakten über Täter

Ein Täter will nur drei Dinge:

  1. Eigentum (Geld, Handy, Tasche)

  2. Körper (Übergriff, Dominanz, sexuelle Absicht)

  3. Leben (extreme Gewalt)

Und er will drei Risiken vermeiden:

  1. Verletzt werden

  2. Zeit verlieren

  3. Erwischt werden

Diese sechs Punkte bilden deinen Rahmen. Deine Aufgabe: Du machst dich zu einer schlechten Investition. Je mehr Aufwand und Risiko du ausstrahlst, desto unattraktiver wirst du.

Vermeidung vor Konfrontation

Hollywood verkauft den Kampf. Die Realität belohnt frühe Entscheidung. Vermeidung bedeutet nicht Angst. Vermeidung bedeutet Kompetenz. Drei Hebel:

  • Aufmerksamkeit: Nicht blind durch die Gegend. Kein Tunnel durch Handy, Kopfhörer oder Grübelei.

  • Positionierung: Licht, Menschen, Fluchtwege. Du wählst Wege.

  • Grenzen setzen: Früh, ruhig, eindeutig. Keine Entschuldigungen, aber auch kein künstliches Anbrüllen.

Wenn es trotzdem knallt, greifen trainierte Muster. Welche genau? Das lernst du im Training. Nicht im Text. Ein Text kann dir kein Timing, kein Distanzgefühl und keinen Druck vermitteln. Er kann dich nur motivieren, zu üben.

Innere Selbstverteidigung

Angst ist Energie. Unkontrolliert friert sie dich ein. Gesteuert schärft sie deine Wahrnehmung. Drei Werkzeuge:

  • Atmung: Länger ausatmen als einatmen. Nervensystem beruhigt sich.

  • Körperhaltung: Aufrecht, Blickfeld weit. So wirkst du nicht wie leichte Beute.

  • Mini-Handlung: Bewegung statt Starre. Ein Schritt, ein Blickwechsel, eine verbale Grenze. Damit holst du dir Kontrolle zurück.

Allgemeines Beispiel (Alltag)

Selbstverteidigung - Frauen unterwegs

Abends am Bahnhof. Du läufst Richtung Ausgang. Jemand kommt dir entgegen und fragt: “Hast du mal Feuer?”
Einfache Antwort: “Nein, sorry.” Weitergehen. Kein Rechtfertigen, kein Vortrag. Du drehst dich leicht seitlich, damit du Raum hast. Hände frei, Schultern locker.

Versucht die Person, mit dir mitzuschlendern oder dich auszubremsen, wechselst du Weg oder Straßenseite. Du hältst Abstand, ohne das Wort “Abstand!” herauszufeuern. Merkt man Druck (unsauberes Gefühl im Bauch, Person bleibt zu nah), suchst du Licht, Menschen, offene Tür. Wird ein Arm gegriffen? Dann löst du den Griff so, wie du es trainiert hast, und gehst raus. Kein Kampf. Kein Heldentum. Ziel: Kontakt unterbrechen und Situation verlassen.

Warum keine Schritt-für-Schritt-Technik im Text? Weil zehn Leser sie zehnmal anders verstehen würden. Funktion entsteht erst durch Üben, Korrigieren, Wiederholen.

Beispiel für Männer

Typischer Auslöser: Ego-Konflikt. Kneipe, Rempler, “Was guckst du?” Viele reagieren mit Gegenangriff und füttern genau das, was der andere will: Drama und Status.

Besser: Hände neutral vor dem Körper (nicht als Fäuste, sondern offen), ruhige Stimme: “Alles gut, ich stell mich anders hin.” Du nimmst Tempo raus. Wenn der andere weiter drückt, bleibst du beweglich. Blockiert er deinen Weg oder fasst dich an, unterbrichst du den Kontakt mit deiner trainierten Schutzbewegung und verlässt den Bereich. Kein Nachsetzen.

So drehst du seine Risiken hoch: Mehr Zeit, mögliche Zeugen, unklare Lage. Viele lassen dann ab, weil die einfache Beute verschwunden ist.

Beispiel für Frauen unterwegs

Frauen erleben oft Annäherungen mit Vorwand: “Soll ich dir helfen?”, “Wo wohnst du?”, “Komm, ich begleite dich.” Das sind Tests: Wie reagierst du?

Routine: Weg planen (hell), Kopfhörer leise oder nur ein Ohr. Kurz hinter dich schauen, bevor du eine Türe öffnest. Fühlst du dich verfolgt, mach einen Richtungswechsel oder betritt bewusst einen belebten Raum (Bäckerei, Bar).

Spricht dich jemand unpassend an und bleibt zu nah, klare freundliche Grenze: “Nein danke, passt.” Weitergehen. Hängt er sich trotzdem an dich, verstärkst du Distanz über Positionierung: halb drehen, Blickkontakt, Umgebung scannen. Wird es körperlich (Arm greifen, Weg blockieren), nutzt du deine trainierte Lösung: Kontakt kurz stören, Raum schaffen, weg. Laut werden, wenn nötig. Lautstärke erhöht das Risiko für den Täter (Zeugen) und das senkt seine Motivation.

Wichtig: Nicht aus Höflichkeit aushalten. Unsicherheit früh wahrnehmen und handeln.

Beispiel für Jugendliche

Jugendliche haben oft es mit Statusgewalt zu tun: Mobbing, Abziehen, Gruppendruck. Täter testen Grenzen in kleinen Dosen. Schweigen macht dich gefügig.

Szene: Am Fahrradständer fordert jemand dein Handy. Du stellst dich leicht seitlich, Hände offen: “Nein. Ich gehe jetzt.” Und du gehst los. Viele Täter rechnen nicht mit Klarheit plus Bewegung. Wird dein Weg blockiert oder wirst du am Arm festgehalten, löst du den Griff so, wie du es gelernt hast, und rennst zu einer Aufsicht oder in Richtung Menschen.

Danach: Vorfall sofort melden. Nicht aus Scham verschweigen. Wiederholung entsteht durch Schweigen. Selbstverteidigung für Jugendliche ist Kombination aus Stimme, Bewegung und Unterstützungssystem (Eltern, Lehrer).

Beispiel für Kinder

Selbstverteidigung - Kinder - Stopp

Kinder brauchen Einfachheit. Keine komplizierten Programme. Drei kindgerechte Regeln:

  1. Laut “Nein” oder “Lass mich” sagen.

  2. Weglaufen zu einer vertrauten Person.

  3. Wenn festgehalten: Griff lösen wie im Training geübt und rennen.

Szene: Älteres Kind nimmt das Spielzeug. Dein Kind sagt laut: “Stopp, das ist meins.” Wird geschubst oder festgehalten, löst es den Griff (trainierte Bewegung) und läuft zu dir oder zur Aufsicht. Keine Gegenangriffe. Ziel ist Sicherheit, nicht Sieg.

Tipps für Eltern

Eltern verstärken Schutzverhalten oder bremsen es. So stärkst du dein Kind:

  • Rollenspiele: Übt “Nein”, Weglaufen, Erzählen. Loben, nicht auslachen.

  • Grenzen respektieren: Zwing dein Kind nicht zu Umarmungen mit fremden Erwachsenen. Es lernt sonst, dass sein “Nein” wertlos ist.

  • Früh melden: Nimm Berichte ernst. Kein “Stell dich nicht so an”.

  • Haltung fördern: Weniger Dauer-Sitzen vor dem Bildschirm, mehr Bewegung. Körperliche Kompetenz senkt Opferwirkung.

  • Kurs wählen, der emotional sauber arbeitet: Realistische Drills und danach Runterfahren (Atmung, Lachen).

Familienregel: “Wir holen Hilfe, bevor es groß wird.” Das bricht Mobbingketten.


Umsetzung der sechs Fakten im Alltag

Nutze die sechs Fakten als Checkliste. Frage dich: Welche Stellschraube erhöhe ich jetzt?

Täterfaktor Dein Hebel im Alltag
Eigentum Wertsachen nicht offen zeigen. Im Zweifel abgeben statt eskalieren.
Körper Distanz halten, früh kommunizieren, Hände frei.
Leben Sofort fliehen, nicht diskutieren.
Nicht verletzt werden Stabil wirken, entschlossene Reaktion signalisieren.
Nicht lange dauern Bewegung, Fragen, Richtungswechsel verlängern die Situation.
Nicht erwischt werden Licht, Menschen, Kamera, Stimme erhöhen Druck.

Jede kleine Entscheidung (Weg wählen, Blick heben, Grenze setzen) verschiebt das Risiko für den Täter. Genau das ist praktische Selbstverteidigung.

Warum du trainieren musst

Theorie liest sich logisch. Unter Stress schrumpft dein Zugriff. Ohne Training fallst du auf Zufall zurück. Gutes Training im Bereich Selbstverteidigung liefert:

  • Szenarien mit steigender Intensität (damit dein Nervensystem lernt).

  • Wiederholung einfacher Muster statt Technik-Zoo.

  • Stressregulation: Atmung vor, während, nach dem Drill.

  • Reflexive Entscheidungen: Muster erkennen und handeln, bevor Kopfkino startet.

Eine Technik kennen heißt nichts. Können entsteht erst durch Korrektur und Wiederholung. Darum beschreibe ich hier keine Hebel im Detail. Sie funktionieren nur, wenn dein Körper sie unter Druck automatisch abruft.

Häufige Fehler

  1. Zu spät reagieren: Bauchgefühl ignoriert, Lage kippt.

  2. Komplexe Technik suchen: Mehr bringt nicht mehr. Besser: einfach, zuverlässig.

  3. Ego verteidigen: “Ich zeig’s ihm” endet oft mit Verletzung.

  4. Nach Vorfall nichts tun: Nicht verarbeiten führt zu Angstschleifen. Rede, atme, bewege dich.

  5. Nur lesen statt trainieren: Passivität hält dich abhängig vom Zufall.

Fazit: Entscheide dich

Selbstverteidigung ist eine Lebenshaltung. Du weißt jetzt, was Täter wollen, wie du Risiko senkst und wie Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder und Eltern das Prinzip anwenden. Nächster Schritt: Praxis.

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