Martial Arts Center - Wing Chun - Selbstverteidigung und Kampfsport in München



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F.A.Q.
1. Woher kommt Ving Tsun Kung Fu?
2. Wer waren Ng Mui und Yim Wing Chun?
3. Wie kann man den Ving Tsun Stil beschreiben?
4. Wie funktioniert Ving Tsun?
5. Wie unterscheidet sich Ihre Ving Tsun Schule von anderen Ving Tsun Schulen?
     5.1. Gibt es Prüfungen im Ving Tsun?
6. Muss ich in Form sein um mit Ving Tsun zu beginnen?
7. Ist Ving Tsun etwas für Frauen?
8. Ist Ving Tsun im Martial Arts Center für Alle gedacht?
9. Ist dass Ving Tsun Training sicher?
10. Wie lange dauert es bis ich gut bin?
11. Was ist die Siu Lim Tao?
12. Ving Tsun oder Yong Chun?
13. Wie viele Formen gibt es in Ving Tsun?
14. Wer war Wong Shun Leung?
15. Was bedeutet Ving Tsun?
16. Ist Ving Tsun (Wing Chun) gesund?
17. Was sind die "klebenden Hände"?
18. Wer war Ip Man (Yip Man)?

Woher kommt Ving Tsun Kung Fu?

Zur Entstehungsgeschichte des Wing Chun, einer chinesischen Kampfkunst, existieren zwei verschiedene Überlieferungen. Dabei ist zu beachten, dass solchen Überlieferungen eher der Status einer Legende zukommt, da sie in der Regel auf wissenschaftlich nicht belegbaren Aussagen oder Spekulationen beruhen.

In der am weitesten verbreiteten Version der Entstehungsgeschichte wird beschrieben, dass im südlichen China vor ca. 270 Jahren die Nonne Ng Mui versuchte, ein Kampfsystem zu entwickeln, das mit dem kraftvollen Shaolin-Kung Fu-Stil der Mönche konkurieren konnte. Ihr Wissen gab sie an ein Mädchen weiter, das sich gegen einen lokal ansässigen Kämpfer zur Wehr setzen musste, der sie immer wieder bedrängte. Dieses Mädchen hieß Yim Ving Tsun (Yim = Geheimnis; Ving = schön / ewig; Tsun = Frühling).

Die andere Version der Entstehungsgeschichte besagt, dass sich einige sehr gute Kämpfer aus dem großen Kaiserreich China in einem Kloster in der Halle des "ewiger Frühlings" trafen und dort zusammen diesen hoch effektiven Stil entwickelten.

Der letzte "Großmeister" des Ving Tsun war Yip Man, der viele Schüler hervorbrachte. Der Kampferfahrenste seiner Schüler war Meister Wong Shun Leung.

Ohne den legendären "Bruce Lee", der Schüler von Ip Man und Wong Shun Leung war und das Kung Fu über seine Filme in der Welt verbreitet hatte, wüssten wir wohl heute noch nichts über Ving Tsun.

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Wer waren Ng Mui und Yim Wing Chun?

 

Die Shaolin-Nonne und ihre Schülerin Yim Wing Chun


Am Tai-Leung-Berg machte Ng Mui die Bekanntschaft mit einem gewissen Yim Lee und dessen Tochter Wing Chun, was so viel bedeutet wie "schöner Frühling". Diesem jungen Mädchen hat das System der Nonne Ng Mui angeblich auch seinen wohlklingenden Namen zu verdanken.

Zu jener Zeit lebte Ng Mui im Weißen Kranich-Tempel am Tai Leung-Berg. Dort pflegte sie mehrere Male im Monat den Marktplatz des nahen Dorfes zu besuchen, um einzukaufen. An einem Stand verkaufte das junge Mädchen Yim Wing Chun mit ihrem Vater Tofu. Die beiden waren aus ihrer Heimat in der Kwantung-Provinz geflüchtet, da ihr Vater unglücklicherweise in eine Gerichtssache verwickelt war (man sagt unschuldig), die ihn das Leben hätte kosten können.

Als Schüler des Shaolin-Klosters hatte er, Yim Lee, einige Kampftechniken erlernt und sorgte in seiner Gegend für Gerechtigkeit, wenn es sich als nötig erwies. Dadurch geriet er in Schwierigkeiten, die ihn zwangen seine Heimat zu verlassen und an die Grenze der Provinzen Szechwan und Yunnan zu fliehen und sich am besagten Tai Leung-Berg niederzulassen.

Yim Wing Chun entwickelte sich zu einem aufgeweckten und hübschen Mädchen. Ihre Schönheit und ihr freundliches Wesen sollten aber auch die Ursache für ein schlimmes Problem werden. Im Ort gab es einen notorischen Schläger namens Wong, der ständig Streit suchte. Aber die Dorfbewohner konnten ihm nichts anhaben, da er ein Kung Fu-Experte war und einer Geheimgesellschaft angehörte.
 

Angezogen von der Schönheit Yim Wing Chun hielt er um ihre Hand an. Doch Wing Chun war schon als kleines Kind dem Jüngling Leung Bok Chau, einem Salzkaufmann aus Fukien versprochen. Wong schickte ihr daraufhin einen Boten, setzte ihr eine Frist und drohte Gewalt anzuwenden, falls sie sich ihm verweigerte. Vater und Tochter lebten also in großer Sorge um ihre Zukunft.

Ng Mui war im Laufe der Zeit zur regelmäßigen Kundin von Yim Lee und seiner Tochter geworden und unterhielt sich oft mit den beiden. Eines Tages erkannte sie, dass die beiden von großen Sorgen gequält wurden. Auf ihre Fragen erzählte ihr Yim Lee von Wong. Da Ng Mui einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte, beschloss sie Wing Chun zu helfen. Aber sie wollte den Bösewicht nicht selbst bestrafen, da sie einerseits nicht ihre Tarnidentität aufgeben wollte, andererseits wäre ein Kampf zwischen ihr, der berühmten Meisterin aus dem Shaolin-Kloster und einem unbekannten Dorfschläger unfair und ruhmlos gewesen. Deshalb wollte sie Yim Wing Chun helfen, indem sie ihr die Kunst des Kämpfens mit ihrem neuen Kampfsystem beibrachte.

Nach nur drei Jahren Privatunterricht hatte sie die ihr gezeigte Methode gemeistert. Ng Mui schickte sie nach der Ausbildung im Weißen Kranich-Tempel wieder zurück zu ihrem Vater.

Kaum kehrte Wing Chun ins Dorf zurück, wurde sie wieder von dem Schläger Wong bedrängt. Doch dieses Mal lief sie nicht vor ihm davon, sondern forderte ihn zum Kampf auf. Der Rowdy war sich seines Sieges sicher und freute sich darauf, das schöne Mädchen endlich zu erringen. Aber er sollte sich getäuscht haben, denn Wing Chun schlug ihn zu Boden, wo er hilflos liegen blieb. Nachdem Wing Chun den Schläger ohne Probleme besiegt hatte, setzte sie ihre Kampfübungen fort.

Als Ng Mui beschloss, wieder weiterzureisen, ermahnte sie Wing Chun, einen würdigen Nachfolger zu finden und nur die richtigen Schüler zu unterweisen. Diese Mahnung wurde auch von den folgenden Generationen befolgt.

Eine schöne Geschichte nicht wahr?

So, oder so ähnlich kann es sich zugetragen haben.
Historische Aufzeichnungen darüber gibt es leider nicht. Die Geschichte der Yim Ving Tsun wurde nur durch Erzählungen weitergegeben.

Diese Geschichte kann aber auch von einem Hong Kong Reporter erfunden worden sein...oder dies war schon vor ca. 300 Jahren eine Erfindung, um die wahren Begründer dieses Kampfsystems vor den Manchus zu schützen...

 

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Wie kann man den Ving Tsun Stil beschreiben?

Stilart des Ving Tsun

Zur Charakteristik des Stils kann allgemein gesagt werden, dass alle Techniken auf ihre Wirkung hin maximiert worden sind. Die Bewegungen sind meist kurz und gradlinig oder angedeutet spiralförmig. Der Einsatz von Kraft ist differenziert zu anderen Kung Fu-Stilen zu sehen: es wird in der Regel keine starre Muskelkraft verwendet, sondern eine Mischung aus Gewichtsverlagerung (Schrittechniken), spontaner schneller Streckbewegung (so genannter Peitschenkraft) mit einem relativ kleinen Anteil eigener Muskelkraft.

Ein typisches Element einiger Wing Tsun-Stile ist der Kettenfauststoß, von denen ein geübter Wing-Chun-Kämpfer ca. 8-12 Schläge pro Sekunde ausführt.

Die Kraft des Gegners wird durch die Anwendung von Winkel- und Drehprinzipien neutralisiert und gegen ihn verwendet (Gleichzeitigkeit von Angriff und Abwehr), d.h. während ein Schlag abgewehrt wird, erfolgt ein Angriff zur selben Zeit. Viele der Ving Tsun Bewegungen können sowohl als Yang Bewegung (vom eigenen Körper weg), als auch Yin Bewegungen (aus meist gestreckter Position zum eigenen Körper hin) ausgeführt werden. Wann ein und die selbe Technik - z.B. Tan Sao - als Yin oder Yang Bewegung ausgeführt wird, hängt immer von der jeweiligen Situation ab.

Es gilt: Der Angriff ist die Verteidigung. Ein Schlag des Gegners wird so z.B. durch einen konternden Gegenschlag abgewehrt.

Der Stil ist auch durch seine Trittarbeit charakterisiert, die nur sehr wenige Grundtritte umfasst und mit der im Allgemeinen nur niedrige Ziele (bis Hüfthöhe) angegriffen werden. Ziele dieser Tritte sind z.B. insbesondere das Kniegelenk und der Oberschenkelansatz des Gegners.

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Wie funktioniert Ving Tsun?
Physisch (und psychisch) gesehen:
Ving Tsun Schüler wehren sich mit einfachen Stoß- und Tritttechniken, als auch Hebel und Winkel um die Stärke des Angreifers gegen ihn zu wenden. Ving Tsun ist effektiv für alle Personen, unabhängig von Geschlecht, Größe oder Stärke. Es lehrt kleinere, schwächere Menschen, physisch größere Angreifer zu überwältigen.

Allgemein gesehen:
Ist man lange genug dabei, stellt man fest, das die Prinzipien, Konzepte und Methoden der Selbstverteidigung auch im Alltag (Berufsleben, Privat, Freizeit) umgesetzt werden können. Man begegnet Stresssituationen mit Gelassenheit und kann Negatives in Positives wandeln. Ving Tsun folgt kosmischen Gesetzen - erkennt man dies und setzt es um, wird man ausgeglichener und hat ein erfüllteres Leben.
(letzteres kommt durch Erkenntniss jeden Einzelnen und kann nur bedingt vermittelt werden)
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Wie unterscheidet sich Ihre Ving Tsun Schule von anderen Ving Tsun Schulen?
Im Gegensatz zu anderen Ving Tsun Schulen, decken wir alle Bereiche der Selbstverteidigung (Trittdistanz, Armdistanz, Ellenbogen- und Kniedistanz, Greifen, Hebeln und Werfen) ab. Wir schätzen und vermitteln traditionelles Ving Tsun, lehren jedoch realistische Selbstverteidigung die an die heutige Zeit angepasst ist. Fitness, Gesundheit, geistige Entwicklung, sowie die Schulung des Charakters sind uns aber natürlich ebenso wichtig.

Die Wing Chun / Ving Tsun Familienrichtung(en) die favorisiert werden sind: Die über 40-jährige (Kampf-/Trainings-/Studien-/Straßen und Lehr-) Erfahrung in verschiedenen anderen Stilrichtungen, sowie praktische Erfahrungen in realen Situationen unseres Begründers (Dusan Drazic) prägen natürlich auch das hier gelehrte Ving Tsun.

Um den hohen Standard unserer Ving Tsun Ausbildungsprogramme zu gewährleisten gibt es Prüfungen die man bestehen muss, um in das jeweilige weiterführende Programm zu gelangen:
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Gibt es Prüfungen im Ving Tsun?
Prüfungen im Ving Tsun

Kurze Antwort: bei uns "ja" und bei manch anderen nicht
(traditionelle Gründe "für" oder "gegen" Prüfungen gibt es nicht - nur persönliche Meinungen)

Über Sinn und Unsinn von Prüfungen und/oder Graduierungen in den verschiedenen Wing Chun – Ving Tsun – Wing Tsun Systemen wurde schon in den verschiedensten Foren und anderen Internetseiten diskutiert.
Im Endeffekt kommt man jedoch nicht zu einem „Allgemeinergebnis“ und es bleibt nach wie vor eine persönliche Meinung - eben „individuell“ wie alles im Leben.

„Der eine mag’s der andere nicht, dem einem hilft’s dem anderen nicht.“

Wir haben Prüfungen als Zwischenetappe für bestimmte Ziele die zu erreichen sind. In Aussicht, diese Ziele zu erreichen, kommen die Schüler regelmäßiger um darauf hin zu trainieren. Durch das regelmäßige Training mit einem bestimmten (Etappen-) Ziel, werden diese Schüler besser. Dadurch wieder motivierter, kommen regelmäßig zum Training und verbessern sich weiterhin.

Ob man dadurch talentiertere oder fleißigere Schüler abbremst?
Möglicherweise, wenn das Prüfungssystem ein starres ist und keine Möglichkeiten für ein individuelles Weiterkommen enthält. Bei uns können talentiertere und fleißigere Schüler auch in ihrem eigenen Tempo weiterkommen.

Ohne Prüfungen (wie man diese auch gestalten und nennen mag) bestehen vielleicht keine, oder keine klaren Ziele für den Schüler. „Wohin soll das führen?“ wird wohl die Frage sein.

Erfahrungsgemäß sind es 10-15% der Schüler (egal welche Kampfkunst auch immer) die so viel Eigenmotivation mitbringen und klare Vorstellungen von ihrem Ziel haben, dass sie eine gewisse Zeit (1 Jahr, 3 Jahre oder 5 Jahre) an der gleichen Sache Interesse zeigen.

In Zahlen ausgedrückt (nicht nur für Schulbesitzer interessant) heißt das:
Wenn 100 neue Schüler zur selben Zeit anfangen würden, dann wären am Jahresende nur noch 10-15 Schüler da. Nach 3 Jahren wären von diesen 15 Schülern nur noch 2-3 Schüler da und nach 5 Jahren keiner mehr…

Wenn Sie mir jetzt widersprechen und sagen wollen, ja aber es fangen doch laufend „Neue“ an und wir haben so eine tolle Schule, den besten Lehrer und bla, bla, bla… - „ja, ist bei uns genauso“ ;-)

Um das ganze etwas abzukürzen; natürlich sehen die Zahlen besser aus, wenn ich ein „fantastisches Unterrichtsprogramm“ habe, ausgezeichnete Lehrer die dieses auch begeistert vermitteln können und die Schüler entsprechend motivieren.
Unsere Programme, hochmotivierte Trainer und die Ziele die unsere Schüler - auch über die Prüfungen und darüber hinaus - erreichen können bestätigen uns und unseren Schülern den Erfolg und richtigen Weg.

Motivation und Ziele sind wichtig für Alle, aber vor allem für diejenigen, die vielleicht erst viel später die Liebe und Leidenschaft zu Ving Tsun kennen lernen und auch einen Sinn für sich finden. Wenn auch dies über Prüfungen, als Teilmotivationsziel um regelmäßig zu trainieren, geschieht. Diejenigen die den „Tritt“ und „Anstoß“ gebraucht haben und brauchen, sind uns dankbar.

Natürlich ist Ving Tsun „nicht für jeden“ gedacht, aber die Chance das für sich herauszufinden sollten auch diejenigen bekommen, die doch etwas länger brauchen. Manch ein guter Ving Tsun Kämpfer oder Lehrer ist genau aus solchen Personen hervorgegangen.
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Muss ich in Form sein um mit Ving Tsun zu beginnen?
Nein müssen Sie nicht! Unser Ving Tsun Training ist individuell und orientiert sich am Einzelnen. Jeder beginnt auf seiner eigenen Ebene und "pusht" sich eben jedes mal etwas mehr um vorwärts zu kommen. Die meisten unserer Schüler bemerken eine Erhöhung der Fitness, bessere Gelenkigkeit und allgemeine Verbesserung der Stärke schon nach wenigen Wochen. Allein durch das Üben der Ving Tsun Formen, lernen Sie besser mit dem Anspannen und Entspannen bestimmter Muskelgruppen umzugehen.
Dies fördert nicht nur den Abbau von Stress und Bluthochdruck, sondern ermöglicht schnellere Reaktionen und verbessert den allgemeinen Muskeltonus.
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Ist Ving Tsun etwas für Frauen?
Ving Tsun war ursprünglich von Frauen für Frauen entwickelt!
Ving Tsun ist aber einfach für kleinere oder schwächere Personen um sich gegen starke und aggressive Angreifer zu verteidigen. In der Tat sind Frauen oft diejenigen, die Ving Tsun schneller verstehen und erlernen.
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Ist Ving Tsun im Martial Arts Center für Alle gedacht?
Nein! Ving Tsun ist nicht für jede Person gedacht. 

Im Martial Arts Center wollen wir nur Schüler die den Wunsch haben zu Lernen und den Wunsch haben sich körperlich und geistig zu Verbessern. Wenn Sie diese Qualitäten mitbringen, dann ist Ving Tsun für Sie.

Wir behalten uns vor, Menschen mit einer schlechten Einstellung als Schüler abzulehnen.
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Ist dass Ving Tsun Training sicher?
Sie werden nicht in den Kopf getreten und Sie gehen auch nicht mit einem blauen Auge nach dem Training nach Hause ;-)

Unsere Trainingsprogramme werden mit einer kontrollierten Intensität und Kraft durchgeführt. Wir verwenden Trainingsgeräte wie Schlag- und Trittpolster, Schutzausrüstung (bei Sparring)  falls erforderlich und alle Studenten lernen kontrolliert und sicher mit einem Partner zu trainieren.

Sicherheit geht im Martial Arts Center vor, damit Ihnen der Fortschritt im Ving Tsun Spaß und Freude bereitet.
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Wie lange dauert es bis ich gut bin?
Im Martial Arts Center haben wir unsere Ving Tsun Studenten in Grundstufen, Mittelstufen, Oberstufen, Techniker (Experten) und Meisterklassen in kleine Gruppen aufgeteilt, so dass sich der Lehrer und seine Assistenten stärker den individuellen Bedürfnissen der Schüler widmen kann.

Mit so viel individueller Aufmerksamkeit, haben die meisten unserer Studenten schon nach 3 bis 6 Monaten gute Ving Tsun Fähigkeiten entwickelt. Natürlich liegt es an einem selbst wie intensiv und hart er oder sie an sich arbeitet (Kung Fu), um letztendlich ihre Fähigkeiten zu verwirklichen.
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Was ist die Siu Lim Tao?
Siu Lim Tao

Die Siu Lim Tao ist die erste Form im Ving Tsun und soll dem Übenden, Grundbewegungen und Positionen der Arme (Oberarme, Ellenbogen, Unterarme, Handgelenke, Hände) in diesem System vermitteln. Sie bildet das Grundgerüßt der Ving Tsun Theorie und soll den Schüler an verschiedene Konzepte dieser Kampfkunst gewöhnen:

Diese Übung dient auch dazu, den Körper unter Kontrolle zu bringen, wobei es wichtig ist die Fähigkeit zu entwickeln, entspannt zu arbeiten.

Die Inhalte der Siu Lim Tao müssen schwer erarbeitet werden. Zunächst wird der grobe Ablauf der Form von der ersten bis zur letzten Bewegung gelernt. Danach wird Bewegung für Bewegung, Position für Position verfeinert, geschliffen und das Bewegungssystem des Ving Tsun individuell mit den Bewegungsmöglichkeiten der jeweiligen Person kombiniert.

Die Bewegungen, Positionen und Winkel in der Siu Lim Tao stellen immer einen Idealzustand einer Ausführung oder Endposition dar, die in einer Kampfsituation nur selten erreicht werden.

Die Siu Lim Tao ist aber auch eher als das ABC des Ving Tsun zu verstehen. Also ein Einstieg in das Alphabet um später Worte und Sätze bilden zu können.

Die erste Form enthält auch verschiedenen geistige Aspekte:

* innere Ruhe
* Konzentration
* Entspannheit
* geistiges Loslassen
* Ausgeglichenheit

Um die Siu Nim Tao als "Meditation in Bewegung" zu empfinden, ist ein ständiges und regelmäßiges Trainieren nötig.
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Ving Tsun oder Yong Chun?
Nicht alle Kampfkünste sind gleich im Sinne von ausgeglichen.

Ving Tsun ist ursprünglich eine Mischung aus harten und weichen Künsten zur Entwicklung der inneren und äußeren Stärke.

Es beruht nicht auf Körperstarrheit und Abhärtung um rein externe Kräfte zu entwickeln, sondern erzeugt auch eine innere Energie durch Benutzen von natürlichen Körpermechaniken und speziellen Prinzipien.


Geht es nur um das Kämpfen?

Ving Tsun ist mehr als nur eine kämpferische Methode, es ist eine Kunst des Vervollkommens.
Indem wir die Leistungsfähigkeit und die Balance studieren, die innerhalb der Natur besteht, erlangen wir das Verständnis und den Respekt für alles Leben. Für eine Kampfkunst, die von sich behauptet einer der realistischten Selbstverteidigungssysteme zu sein, klingen solche Aussagen zunächst unverständlich.
Anfänger, Neulinge und auch Personen die Ving Tsun einige Jahre schon betreiben, wissen das eine realistische Selbstverteidigung, "einfach, kompromisslos und schnell" sein muss, so wie Ving Tsun eben ist. Alle die darüber hinaus nicht weiter sehen, oder in dieser Stufe hängen bleiben, kennen aber nur die äußere Anwendung.

Ving Tsun, Wing Chun oder Yong Chun?

Der Ursprung des Ving Tsun oder auf mandarin "Yong Chun" ist der selbe. Aber von seinem Ursprung bis zum heutigen Tage sind doch 300 bis 400 Jahre vergangen, so dass sich von Generation zu Generation diese Kunst weiterentwickelt hat, sehr wahrscheinlich auch in etwas unterschiedliche Richtungen. Dies liegt aber in der Natur des Menschen, der seine eigenen Erfahrungen in diese Kampfkunst integriert; und das ist gut so. Nur so kann sich eine Kunst weiter entwickeln und am Leben bleiben.
"Alles ist gut, nichts ist besser oder schlechter als das Andere. Es ist nur dass, was wir daraus machen."
Die technische Basis kann man im Ving Tsun in ca. 3-5 Jahren erlernen, der Rest muss mit dem Leben (Erfahrung) reifen.
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Wie viele Formen gibt es in Ving Tsun?
Die schnelle Antwort: Es gibt 6 Formen im Ving Tsun Kung Fu

Die Ving Tsun Formen sind unterteilt in
3 waffenlose Formen
Holzpuppenform (108, bzw. 116 Bewegungen - es gibt allerdings mehrere hundert...)
2 Waffenformen (Langstock und Doppel- Kurzschwerter)

  1. Die erste Form: Siu Lim Tao (kleine Idee)
  2. Die zweite Form: Chum Kiu (Brücke suchen)
  3. Die dritte Form: Biu Jee (oder Biu Tze; stechende Finger)
  4. Mook Yan Jong (Holzpuppe)
  5. Luk Dim Boon Kwun (Langstock von einer Länge zwischen 2,40 m bis 3,90 m)
  6. Bart Cham Doh (die acht Wege der Messer - Pa Cham Dao, Doppel Kurzschwert, Doppel Messer)
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Wer war Wong Shun Leung?

Wong Shun Leung

Wong Shun Leung
(08.05.1935 - 28.01.1997)

Für Insider ist Wong Shun Leung einer der besten Vertreter des Ving Tsun Kung Fu im zwanzigsten Jahrhundert gewesen.

Schon in seiner Kindheit hat sich Wong Shun Leung für die Kampfkünste und die Vorliebe zum Kämpfen interessiert, so dass man ihn schon als jugendlichen mit 14, 15 Jahren in den Strassen und Dächern Hong Kong's traf, wo er sich mit gleichgesinnten gemessen hatte.
Er probierte verschiedene Kung Fu Stile und auch das westliche Boxen aus. Das Boxen hat ihm damals sofort zugesagt, da er den praktischen Nutzen daraus bei seinen Strassenkämpfen feststellen konnte.

Das Ving Tsun Kung Fu war zu diesem Zeitpunkt noch ein unbekannter Stil und Yip Man der einzige bekannte Lehrer. Mit 17 Jahren besuchte Wong Shun Leung die Schule von Yip Man und war zunächst mal nicht von Ving Tsun überzeugt. Der kampferfahrene Wong besiegte mit leichtigkeit alle Schüler von Yiip Man, bis sich Yip Man seiner annahm. Wong, durch die Siege nun etwas leichtsinnig, unterschätzte seinen viel älteren Gegner, der ihn spielerisch in eine Ecke drängte und seine Überlegenheit demonstrierte.
WongShun Leung war von der Schnelligkeit und Körperkontrolle Yip Man's fasziniert und begann nun seine Ving Tsun Lehre. Innerhalb kürzester Zeit bekam Wong einen solchen Ruf als Kämpfer, so dass er ständig kämpfen musste. Allein zwischen seinem 18. und 19. Lebensjahr sollen es über 50 Zweikämpfe gewesen sein, in denen er immer als Sieger hervorging.
Ein Nebeneffekt seiner Raufereien war, dass Ving Tsun Kung Fu zum größten Gespächsthema in Hong Kong wurde.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, daß Wong Shun Leung ein wirklich guter Freund von Bruce Lee war. Denn auch er war ein Schüler Yip Mans. In der Zeit als Bruce noch in Hong Kong lebte lernte er nicht nur von Yip Man, sondern auch von seinem älteren Ving Tsun Bruder Wong Shun Leung. Bruce Lee, Wiliam Cheung und Wong Shun Leung sammelten in den Straßen von Hong Kong gemeinsam praktische Erfahrungen. Selbst als Bruce nach Amerika auswanderte brach der Kontakt zu Wong Shun Leung nicht ab.

(Quelle: Barry Lee sowie Gespräche mit Wong Shun Leung, Attilio Reale)

Ich selbst konnte Wong Shun Leung das erste mal bei einem Seminar in München kennen lernen. Als Lehrer legte er sehr viel Wert auf die Basis seines Ving Tsun: Stand, Armpositionen und Armbewegung sowie die korrekte Energieübertragung, ohne viel Kraftaufwand.

Eine Demonstration die mich fasziniert hat:
Wong forderte einen ca. 1,90 m großen Bodybuilder mit knappen 110 Kg, bei einer Poon Sao Übung ihn wegzudrücken, was dem Bodybuilder trotz größter Anstrengung nicht gelang. Darauf hin demonstrierte Wong wie das geht und drückte scheinbar mit Leichtigkeit den 110 Kg schweren Mann quer durch den Raum bis an die Wand.
Danach erklärte Wong Shun Leung, dass es nicht auf die Muskelkraft (er zeigte auf den Bizeps) ankommt, sondern auf die Kraft, die von innen kommt; und zeigte dabei auf seinen kleinen runden Bauch. Alle Seminarteilnehmer lachten, da er für uns betrachtet einen "Bierbauch" hatte. Faszinierend ist diese Vorführung deshalb gewesen, da Wong unter 1,70 m groß war und nur ca. 50 Kg wog.
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Was bedeutet Ving Tsun?

Ving Tsun oder Wing Chun kann im chinesischen auf zwei Arten geschrieben werden:


  1. 永春 = "ewiger Frühling"
  2. 詠春 = "sing die Ode an den Frühling"

In Bezug auf die Kampfkunst "Ving Tsun" die während der ungeliebten Herrschaft der Qing-Dynastie (Mandschus) entstand, ging es um den Kampf der Geheimgesellschaften, die die alte Regierung der "Ming" wieder aufleben lassen wollten. Der Wahlspruch der Rebellen "Nieder mit den Qing, hoch mit den Ming" wurde in der verschlüsselten Symbolik Ving Tsun (詠春) wiedergegeben. Verständlicherweise sollte es geheim und nicht für jeden offensichtlich sein.

Die Entstehungszeit des Ving Tsun (ob als Kampfstil, Geheimbund oder Erkennungssymbol der Geheimgesellschaften) kann man durchaus in die Zeit der Zerstörung des südlichen Shaolin Klosters und in die Regierungszeit des Qing Kaisers "Kangxi" (Regierungszeit 1661-1722) setzen.


Was könnte Ving Tsun / Wing Chun noch bedeuten?

Das zusammengesetzte Zeichen 詠 (Ving) kann im chinesischen folgendes bedeuten:

- sich ausdrücken, preisen, singen, lobpreisen -

Das zweite Zeichen (Tsun) bedeutet:

- Frühling, Erneuerung, Jugend, Vitalität -

Wie man sieht, könnte man im deutschen den Worten "Ving Tsun" auch andere Bedeutungen geben...

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Ist Ving Tsun (Wing Chun) gesund?
Jeder weiß, dass Wing Chun eine effektive Kampfkunst und gut für die Selbstverteidigung ist, aber nur wenige erwähnt wird, dass Wing Chun auch hilft die allgemeine Gesundheit zu verbessern und gegen Stress vorbeugt.
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Was sind die "klebenden Hände"?
Das "Herz" des Ving Tsun ist das "Chi Sau (klebende Hände, Energiehände)", ermöglichen Ihnen durch Reflexübungen mit einem Partner Ihre Arme und Hände zu empfindlichen Waffen zu entwickeln, den Gegner zu kontrollieren und gegnerischen Bewegungen vorherzusagen.

Es ist eher ein Spiel von List und Intelligenz, als eine körperliche Herausforderung.

Chi Sau dient als Brücke zwischen den Stufen des Lernprozesses. Chi Sau bietet somit eine Plattform, in dem die Übenden Ihre Fähigkeiten und die Fähigkeiten anderer sicher prüfen können. In einer höheren Stufe, kann ein Ving Tsun Experte, sogar mit verbundenen Augen sich verteidigen, sobald er in Kontakt mit den Händen des Gegners kommt.
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Wer war Ip Man (Yip Man)?
Ip Man (10.10.1893 - 01.12.1972) war ein Meister des Ving Tsun aus Fotshan, der mit seiner Familie während der Kriegswirren in die damalige britische Kronkollonie Hong Kong fliehen musste.

Einige Schüler von Ip Man waren z.B. Lo Man Kam (Ip Mans Neffe), Lok Yiu, Moy Yat, Wang Kiu, Wong Shun Leung, William Cheung (Cheung Cheuk Hing), Hawkins Cheung, Duncan Leung, Viktor Khan, Tsu Sheung Tin und nicht zu vergessen Bruce Lee, sowie viele weitere.

Ip Man's Leben wurde inzwischen verfilmt ("Ip Man" und "Ip Man 2", sowie "A Legend Is Born: Ip Man") und zeigt eindrucksvoll die Persönlichkeit "Ip Man" und die Kampfkunst Ving Tsun.
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